Noch etwas mehr als 2 Tage, 51 Stunden, 3070 Minuten dauert unser australisches Abenteuer. Am Montag um 15.45 Uhr (europäische Zeit 7.45 Uhr morgens) heben wir ab Richtung Heimat. Der andauernde Regen hier in Cairns macht uns den Abschied um vieles leichter. Wir können es kaum mehr erwarten, den europäischen Frühling zu genießen, Klettersteige zu bewältigen, Kirschkern-Weitspuck-Wettbewerbe auszutragen, auf dem Balkon Kaffee zu trinken und viel Zeit mit Freunden und Familien zu verbringen.
Einige “Hürden” gibt es allerdings noch: Seinen heutigen Geburtstag verbringt Stefan vor allem damit, im Internet die Unfallstatistik der Boeing 737 zu recherchieren, mit der wir morgen früh nach Sydney fliegen. Dort haben wir dann etwas mehr als 30 Stunden Zeit, uns von den “Flugstrapazen” zu erholen, ein letztes Mal köstliche “Seafood-Baskets” auf dem Fischmarkt zu genießen und uns mental auf den 21-Stunden-Flug nach Frankfurt vorzubereiten.
Doch was sehen unsere entzückten Augen: Cairns scheint sich doch noch einmal von seiner besseren Seite präsentieren zu wollen. Die Sonne durchbricht gerade die Wolkendecke und auch einige Fetzen blauer Himmel sind sichtbar! Diese Gelegenheit müssen wir jetzt natürlich beim Schopf packen und so schnell wie möglich raus in die Straßen der “tropischen Schönen”, wie die Stadt in diversen Reiseführern genannt wird.
Und so verabschieden wir uns hiermit ein letztes Mal von euch! Danke für euer stetiges Interesse an unseren Geschichten und für eure aufmunternden, erheiternden, lieben Kommentare! Wir freuen uns schon darauf, euch ein anderes Mal wieder mit auf unsere Reisen nehmen zu können – bis dahin: NO WORRIES!
…und auch die letzte Etappe unserer Reise liegt jetzt hinter uns! Im strömenden Regen sind wir heute hier in Cairns angekommen: “Mit seiner ansteckenden Energie und Lage in üppiger tropischer Umgebung ist Cairns eine unverhohlen touristische Stadt von globaler Beliebtheit.” (Lonely Planet)
Fünf Tage lang werden wir uns hier mit Souveniers eindecken, in der 4800 Quadratmeter großen, künstlich angelegten Meerwasserlagune am Strand schwimmen (ins Meer darf man wegen der gefräßigen Krokodile nicht), die Stadt als Sprungbrett für einen Ausflug zum Great Barrier Reef nutzen und ein letztes Mal die australische Sonne genießen (hoffentlich!).
Am Sonntag (nach europäischer Zeit Samstag 22 Uhr) fliegen wir dann für einen letzten Tag zurück nach Sydney, um uns von unserer “Schönen” zu verabschieden (und noch einmal den einzigartigen Fischmarkt zu besuchen).
Doch warum in die Zukunft schweifen, wenn wir euch noch so viel von der Vergangenheit (und Gegenwart) zu berichten wissen?
Wir haben die letzten Tage in und um Cape Tribulation verbracht: Die Landzunge, die Captain James Cook 1770 “Kap des Trübsals, an dem das Elend begann” taufte, ist alles andere als trübselig (im Bild wir zwei auf der Suche nach neuen Landen). Vielmehr ist das Cape einer der wenigen Orte weltweit, an denen der Regenwald direkt in den Ozean hineinwächst. Es ist faszinierend, vom Dschungel heraus direkt ans Meer zu treten, Kokosnusspalmen, Lianen, Würgefeigen und Urwaldriesen zu beobachten, während im Hintergrund die Wellen tosend an den Strand rollen. In der Nacht sorgen die vielen unbekannten Geräusche des Dschungels für ein richtiges “Jurassic-Park-Feeling”. Über 3.000 Pflanzenarten wachsen hier, jährlich sorgen 4,5 Meter Regen dafür, dass alles wächst und gedeiht. Wenn die Wolken tief herabhängen und die waldbedeckten Gipfel der Berge verdecken, ist der Ort nicht nur wunderschön, sondern auch sehr geheimnisvoll.
Heute morgen sind wir nach einer Nacht in der “Wildnis” (immerhin ist am Campingplatz zwei Mal der Strom ausgefallen) zurück gekehrt in die Zivilisation. Eine Seilfähre bringt die Reisenden in knapp drei Minuten über den Daintree River, in dem es nicht nur schrecklich viele, sondern auch schrecklich große Krokodile geben soll. Wir haben (leider?) keines sichten können…
Jetzt sitzen wir – einen letzten gemütlichen Abend lang – in unserer Ciccia, sortieren Fotos, schmieden Pläne für die kommenden Tage, genießen ein kühles Bierchen und freuen uns insgeheim schon darauf, ab morgen endlich wieder in einem “richtigen” Bett zu schlafen.
Damit verabschieden wir uns ein vorletztes Mal von unseren treuen Leserinnen und Lesern (einen Eintrag zu Cairns wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten!) und wünschen allen noch einen G’ DAY und NO WORRIES!
Langsam neigt sich unsere Reise durch Ostaustralien ihrem Ende zu… Mit einem lachenden und einem weinenden Auge genießen wir die letzten Tage in vollen Zügen. Zum einen freuen wir uns nach vier Monaten “Abstinenz” schon sehr darauf, unsere Familien und Freunde wieder in die Arme zu schließen und mit Geschichten über unseren Oz-Trip unterhalten (und nerven) zu dürfen.
Auf der anderen Seite würden wir unsere Rundfahrt gerne verlängern – immerhin haben wir einige der Kleinods Australiens gerade erst entdeckt!
Eines davon sind sicherlich die Atherton Tablelands. Gleich vorweg: Im Wesentlichen schaut es hier so aus wie im tiefsten Mühlviertel. Sanfte Hügellandschaften, auf denen Rinder und Pferde im Sonnenlicht grasen, kleine Bäche und Sträucher, die als Grenzzäune dienen.
Schaut man genauer hin, entdeckt man hier aber unberührte Natur. Und weil wir unser Auge für die Tier- und Pflanzenwelt Australiens in den letzten Monaten geschult haben, entdecken wir wilde Truthähne, die verschiedenen Schichten des tropischen Regenwalds, Würgefeigen, blaue Ulysseus-Schmetterlinge, Helmkasuare, riesige Weihnachtsstern-Büsche, Mangobäume, etc.
Doch vor allem gibt es hier – Wasserfälle. In kleinen und großen Kaskaden ergießen sich Wassermassen mit so seltsamen Namen wie Milla Milla Falls, Zillie Falls und Ellinja Falls in Felsenpools. Überhaupt hat jedes noch so kleine Rinnsal hier einen Namen: Da gibt es den Theresa River, Alligator Gully oder den Deadman Creek.
Und auf eine weitere Kuriosität sind wir in den Tablelands gestoßen: Das australische Baumkänguruh. Zwar haben wir dieses seltsame Beuteltier schon im Taronga Zoo in Sydney bewundert, auf einem Verkehrsschild schaut dieser Warnhinweis allerdings wirklich lustig aus (siehe Bild).
Und weil wir gerade bei den Tieren sind: Heute morgen hatte Ingrid bei einem Spaziergang um den Lake Eacham besonderes “Glück”. Dieser ganz spezielle Regenwaldbewohner wird relativ selten gesichtet, und dann meist nur so lange, bis er die Schritte der Spaziergänger hört bzw. spürt. Wer es noch nicht erraten hat: es handelte sich bei dem Tier um eine rund 2,5 m lange Amethyst-Python. Warum gerade Ingrid Schlangen magisch anzuziehen scheint, bleibt ein Rätsel.
Dass sie sich trotz ihrer Angst dazu überwunden hat, nach einem vom Schreck motivierten 20-Meter-Sprint noch einmal zurück zu schleichen und mit zittrigen Händen ein Foto der Python zu machen, ist ein kleines Wunder. Die (riesige!) Schlange jedenfalls hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und ist ganz ruhig liegengeblieben. Stefan Begründung: Die Python hatte wohl gerade ein Possum oder ein kleines Baumkänguruh vernascht (oder den Jogger, der Ingrid rund zwei Minuten vor der Schlangensichtung überholt hat)…
Wir sind inzwischen jedenfalls unbeschädigt und ganz ohne Schlangenbisse in Kuranda gelandet. Dieses kleine Dörfchen mitten im Regenwald hat einiges zu bieten: Drei Märkte, einen Venom Zoo mit Spinnen und Schlangen (nein, wir gehen da nicht rein), ein Koalahaus, einen Vogelpark – und ein Schmetterlingshaus. Dort drinnen scheint die Luft zu schwirren. Unzählige bunte Schmetterlinge flattern von Blatt zu Blatt, lassen sich auf den Händen der Besucher nieder und jagen sich gegenseitig von einer Blüte zur nächsten. Wunderschön und eine willkommene Abwechslung zu diversen Regenwaldtieren…
Und weil hier alles so schön und friedlich ist, werden wir auch morgen noch in Kuranda bleiben und den Tag genießen!
Tief im Paluma Range National Park nördlich von Townsville haben wir gestern unser Nachtlager aufgeschlagen. Eine oft besorgniserregend enge Straße hat uns in schwindelerregenden Kurven hinaufgeführt bis zum Little Crystal Creek (siehe Bild). Hier fließen kleine und große Wasserfälle in unzählige Wasserbecken. Weil es sich bereits mehrere Touristen in und um die Felsenpools gemütlich gemacht hatten, haben wir nur ein paar Fotos geschossen und uns dann wieder auf den Weg gemacht. Trotzdem: Wer sich in der Gegend aufhält, sollte sich von der Zufahrtsstraße keinesfalls abschrecken lassen. Diese natürliche Badestelle ist so ziemlich alle Mühen wert!
Auf dem Rückweg vom Little Crystal Creek wurden wir auf ein Hinweisschild zum Big Crystal Creek aufmerksam. Obwohl wir eigentlich vorhatten, bis zur italienischen “Außenstelle” Ingham (rund 60 Prozent der Einwohner haben italienische Wurzeln) durchzufahren, siegte unsere Neugier. Und so sind wir an diesem wunderschönen Fleckchen Erde gelandet. Im Paradise Waterhole, in dem sich das Wasser des Flusses sammelt, haben wir uns vom Staub der ungeteerten Zugangsstraße befreit. Stefan ist mit großen Fischen und einer kleinen Schlange um die Wette geschwommen und hat die erfrischende Kühle des Wassers genossen (wir haben bereits am frühen Morgen beim Erklimmen des Haushügels von Townsville unglaublich geschwitzt! Der Hochsommer scheint hier – mit Temperaturen über 30 Grad – gerade erst angefangen zu haben).
Und weil die Gegend so schön ist und wir das Paradise Waterhole unbedingt im ersten Morgenlicht fotografisch festhalten wollten, haben wir von unseren eigentlichen Reiseplänen abgelassen und auf dem Selbstregistrierungs-Campingplatz übernachtet. Der heutige Tag hat dementsprechend paradiesisch begonnen: Wir haben mit Schmetterlingen getanzt, Känguruhs beim Frühstücken gestört und im idyllischen Wasserbecken ein Munter-Werden-Bad genommen (siehe Beweis-Foto). Nach einer ausgiebigen Foto- und Badesession sind wir dann aufgebrochen. Inzwischen haben wir Mission Beach erreicht, einen 14 Kilometer langen Küstenstreifen kurz vor Cairns. Hier genießen wir den Nachmittag am Strand, bevor es morgen wieder ins Landesinnere geht.
Auf dem Plan stehen die Atherton Tablelands, eine – laut Reiseführer – “magische Landschaft” mit Bächen, Wasserfällen, malerischen Wanderwegen und Queensland höchstem Gipfel, Mt. Bartle Frere (1657m).
Und weil es so schön war, hier noch der Schmetterling…
29. April 2009 in
Queensland |
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Unzählige Legenden aus der Traumzeit der Aboriginal ranken sich um ein ganz besonderes australisches Tier: Das Platypus (oder Schnabeltier) ist nicht nur eines der heiligsten, sondern auch eines der seltensten Tiere in Down Under. Nur wenige Australier haben das Platypus in seiner natürlichen Umgebung zu Gesicht bekommen – und seit kurzem gehören auch wir zu den Glücklichen! Gleich drei Prachtexemplaren durften wir kürzlich beim Plantschen zuschauen. Das Platypus lässt sich nicht leicht beschreiben, im Wesentlichen besteht es aber aus einem großen löffelförmigen Schnabel mit zwei Nasenlöchern und einem Körper mit dichtem Fell. Außerdem hat es einen ähnlichen Schwanz wie der Biber und vier große Füße mit Schwimmhäuten, ähnlich wie ein Wasservogel. Das Platypus ist eines von drei Säugetieren, das Eier legt (die anderen zwei gehören zur Gattung der Echidnas, einem australischen Riesenigel mit langer Nase). Ein solch exotisches Tier hat auf unserer “Tiere-die-wir-in-Australien-unbedingt-sehen-wollen”-Liste einen Ehrenplatz.
Und wo kann man ein eierlegendes Säugetier, das gleich gut tauchen wie laufen kann und Wasservogelfüße hat, beobachten? Im Paradies natürlich. Wo das liegt? Im Eungella-Nationalpark (was so viel bedeutet wie “Land der Wolken”) westlich von Mackay!
Nachdem wir in unserer Ciccia (so haben wir unseren zuverlässigen fahrbaren Untersatz genannt, siehe Bild!) über Schotterstraßen, durch australische Landgemeinden und schließlich eine 12% Steigung-Serpentinen-Straße bergwärts bis ans Ende von Pioneer Valley getuckert sind, haben wir den Himmel auf Erden erreicht (oder wenigstens eine sehr ähnliche Version davon). Der Campingplatz liegt hoch über einem spärlich besiedelten Tal, Regenwald bedeckt die sanft abfallenden Berghänge. Morgens wecken Kookaburras mit ihrem Gelächter die Gäste, ein Jeep mit Allradantrieb dient hier als Schulbus. Dutzende Wanderwege schlängeln sich durch den Regenwald, und obwohl die Natur fast unberührt ist, sind wir bisher nur über eine Schlange gestolpert (und auch das war keine Python, sondern “nur” eine dünne, gelbgrüne Wasserschlange).
Folgt man der Schotterstraße (die hier als Hauptstraßen beschildert ist und auf der ein Tempolimit von 100 Stundenkilometern gilt), gelangt man an einen riesigen See. Darauf, dass es sich um einen künstlichen Damm handelt, würden überwältigte Touristen wohl nicht kommen. Eukalyptusbäume spenden am Ufer Schatten, winzige behaarte Seerosen ziehen Libellen und Hummeln an. Rinder weiden auf den – zugegebenermaßen recht trockenen – Wiesen, die Sonne scheint von einem tiefblauen Himmel und die Stille ist einfach überwältigend.
Doch so schön die Wald- und Berggegend auch ist, uns hat es dann doch wieder Richtung Meer gezogen. Von Airlie Beach aus haben wir gestern einen “Segeltörn” im Whitsunday Islands National Park gemacht. Der Wind hat allerdings nicht recht mitgespielt und so war unser riesiger Katamaran schlussendlich doch auf den Hilfsmotor angewiesen. Für alle Segelfans hier aber ein paar beeindruckende Zahlen: Die Camira ist 26 Meter lang, das Hauptsegel hat eine Fläche von 190 Quadratmetern, der Masten ist 33 Meter hoch. Und für alle, die eher an kuriosen Anekdoten als an Daten interessiert sind: Bevor die Camira so getauft wurde (dieses Aboriginalwort bedeutet “aus dem Wind”), hat sie den Namen Tsunami getragen. 2004 wurde sie dann aus gegebenem Anlass umgetauft…
In unseren Segeltrip inkludiert waren (für einen sehr fairen Studentenpreis) Morning und Afternoon Tea mit Keksen, Kuchen und Aufschnitt sowie ein Buffetlunch, Bier und Wein. Wir haben den Tag also gemütlich essend, trinkend, schnorchelnd und sonnenbadend verbracht: Herrlich!
Die Inseln im Nationalpark sind absolut sehenswert, vor allem der weiße und unglaublich feine Sandstrand Whitehaven Beach ist einfach traumhaft!
In der Zwischenzeit habt ihr es wohl schon erraten: Uns geht es sehr, sehr gut! Leider ist es gar nicht so leicht, regelmäßig einen Internetzugang zu finden. Wir halten euch aber weiterhin auf dem Laufenden (morgen fahren wir nach Townsville und von dort dann ein Stückchen ins “Outback”).
Der nächste Eintrag kommt bestimmt, und diesmal beeilen wir uns, versprochen!